ABB-GV 30.04.2015

Trakt. 2. Konsultativabstimmung Vergütungsbericht 2014

Liebe Aktionärinnen und Aktionäre

Verschiedentlich wurde an den Generalversammlungen kritisiert, dass die Boni ein Vielfaches des Grundsalärs betragen. Zudem würde bei den millionenhohen Gehaltspaketen Zusatzleistungen gewährt, die nur arme Leute als Ergänzungsleistungen erhalten – wie Steuerberatung, Ausbildung für Kinder, Krankenkassenbeiträge und andere, nicht näher bezeichnete Positionen.
Der Vergütungsbericht wurde deshalb letztes Jahr auch nur mit rund 51 Prozent genehmigt. Verwaltungsratspräsident von Grünberg versprach darauf:
“ Wir werden alle nötigen Anstrengungen unternehmen, um in Zukunft ein besseres Ergebnis zu erzielen.“
Von diesen Anstrengungen habe ich im Vergütungsbericht 2014 leider nichts bemerkt:
So erhöhen diese überhaupt nicht leistungsrelevanten Zusatzleistungen z.B. beim CEO Ulrich Spiesshofer sein Grundsalär von 1,6 MIO um rund 40%. Seine variable Entschädigung beträgt bei einer Gesamtvergütung von 7,6 MIO knapp das 4fache des Grundsalärs.

Die Gesamtvergütung aller 11 Geschäftsleitungsmitglieder beträgt 38,7 Mio Fr. , wobei der variable Teil im Durchschnitt etwas mehr als das 4fache ihrer Grundsaläre beträgt.

Zusätzlich erhalten 5 ehemalige Mitglieder der Konzernleitung nach ihrer Kündigung 2013 noch total 9 MIO Franken extra. Allein Ex-CEO Hogan erhielt seit seinem Abgang im September für 6 1/2 Monate rund 4,5 MIO Franken. Dafür soll er als Senior Adviser den Verwaltungsrat beraten haben. Ich glaube, der Verwaltungsrat ist genügend qualifiziert, um sein Amt auch ohne Ratschläge des Ex-CEO ausüben zu können. Darum frage ich mich, ob die 4,5 MIO nicht eher eine verkappte Abgangsentschädigung sein könnten, weil diese seit 2014 nach Annahme der Abzocker-Initiative verboten sind.

Meine Damen und Herren
Die nicht leistungsbezogenen Zusatzentschädigungen, die im Verhältnis zum Grundsalär viel zu hohen Boni sowie die übertriebenen Entschädigungen an ehemalige Führungskräfte sind inakzeptabel. Aus diesen Gründen empfehle ich Ihnen,
den Vergütungsbericht abzulehnen.

Besten Dank für Ihre Unterstützung.

Brigitta Moser-Harder

Das Aktionariat der UBS ist zu rund 2/3 in ausländischen Händen. So ist die Opposition gegen zu hohe Entschädigungen minim. Einzig Ethos und Actares empfahlen  bei allen Vergütungsabstimmungen ein Nein. Hier eine Zusammenfassung einiger interessanter Punkte der UBS-GV:

Vergütungsbericht

Trotzdem die UBS verglichen mit 2013 einen um 800 MIO Franken kleineren Konzerngewinn erzielte, erhielt der CEO einen höheren Bonus, das 3,5fache seine Grundgehalts von 2,5 MIO, total 11,2 MIO Franken.

Alle 10 KL-Mitglieder erhielten zusammen 80,1 MIO Franken. 

Auch der VRP erhielt mit total 5,9 MIO eine höhere Entschädigung, das 9fache seiner Kollegen. Alle 11 VR-Mitglieder erhielten zusammen

 

13 MIO Franken.

Es gab denn auch verschiedene Wortmeldungen gegen den Vergütungsbericht, so auch vom einzigen anwesenden Aktionärsvertreter Actares (R. Meier). Der Vergütungsbericht wurde mit 88,9 % genehmigt.

 

Entlastung des VR und KL

Interessanterweise wurde die Entlastung ebenfalls nur mit 88,9 % genehmigt. Nicht gerade eine Vertrauensbeweis in die Geschäftsführung von KL und VR.

 

Gesamtbetrag der variablen Vergütung der KL-Mitglieder 2014

Bei der UBS wird über die Boni erst im Nachhinein abgestimmt. Diese betrugen 2014 für die 10 Mitglieder 58,4 MIO Franken und wurden mit 89,73 % genehmigt.

 

Gesamtbetrag der fixen Vergütung der KL-Mitglieder 2016

Die maximale Gesamtsumme beträgt 3,3 MIO mehr, total 25 MIO Franken für die 10 Mitglieder und wurde mit 94,92 % genehmigt.

 

Gesamtbetrag der Vergütung des VR 2015/6

Die maximale Gesamtsumme beträgt für den 11köpfigen VR 1 MIO mehr, total 14 MIO Franken und wurde mit 91,69 % genehmigt.

Wir gratulieren Thomas Minder zu diesem verdienten Preis!